Tagebuch

Tagebuch einer Reise nach Sumatra im Jahre 1989


aufgeschrieben von Josef Mayer

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Reiseroute:
Medan - Banda Aceh - Rigah - Meulaboh - Tabaktuan - Subulussalam - Brastagi - Kabanjahe - Pematang Siantar - Prabat - Samosir - Bukittinggi - Prabat - Brastagi - Bukit Lawang - Medan

10. Dezember 1989
Nach dem Flug von Penang wurde am Flughafen in Medan nach dem Rückflugticket gefragt. Geldwechsel sonntags bei der Tourist-Information. Bejaks in die Stadt außerhalb des Flughafengeländes. Losmen Irama nicht besonders empfehlenswert (dunkle Zimmer, viele Indonesier, laut). In Medan Spazierengehen auf den Hauptstraßen wegen der stinkigen motorisierten Bejaks fast unmöglich. Gute Atmosphäre und ausgezeichnetes Essen im Tip-Top-Restaurant.

11. Dezember 1989
Am Abend mit Kurnia-Bus nach Banda Aceh.

12. Dezember 1989
Das letzte Teilstück ab Sigli über die Hügel sehr kurvenreich und ich war froh, als wir nach 13 Stunden endlich da waren. Losmen International ein ziemliches Drecksloch. Und im Restaurant Tropicana haben sie mich mit ihren Preisen, die nicht auf der Speisekarte standen, ziemlich übers Ohr gehauen. Die Stadt selbst ist wie jede andere in Indonesien.

13. bis 19. Dezember 1989
Nachdem der Bus wegen einer Polizeikontrolle mit 3 Stunden Verspätung abgefahren ist, fuhr er dann nachher wie vom Teufel geritten und ich konnte die schöne Aussicht von der Küstenstraße vor lauter Angst kaum genießen. Nach 4 Stunden haben sie mich genau an der richtigen Stelle abgeladen, und zum Haus von Dieter war es nicht mehr weit. Nachdem er gerade Platz hatte und ich versprach, eine Woche zu bleiben, war auch er einverstanden. Das Baumhaus liegt super in einer schönen Bucht am Ende eines langen Strandes. Zum Baden ist es wegen der Wellen und der Strömung allerdings schwierig. Dafür gibt es ca. 10 Minuten westlich weitere schöne Buchten mit etwas Korallen und Fischen, gut zum Schnorcheln (Begegnung mit großer Wasserschildkröte). In den Tümpeln leben Schildkröten mit einer Bug-und einer Heckklappe, mit denen sie die Unterseite komplett verschließen können. Hinter dem Haus viele Affen und an der Küste riesige Vogelschwärme. Nachdem der geplante Dschungelausflug ausfiel, da kein Auto aufzutreiben war, machten wir eine Bootstour zu vorgelagerten Inseln. Nachdem die erste Insel uns zum übernachten nicht sehr geeignet erschien, fuhren wir zurück zu Dieter's Insel vor Rigah. Unterwegs ließ sich Dieter voll angezogen in der Bucht vor seinem Haus aussetzen und wäre beim an Land schwimmen wegen der starken Strömung fast abgesoffen. Wir haben dann zu dritt am Strand seiner Insel übernachtet. In der Nacht bekamen wir Besuch von Wildschweinen, die ich am nächsten Tag auch zweimal kurz zu Gesicht bekam. Am nächsten Nachmittag wurden wir vom Boot wieder abgeholt und zurückgebracht. Das halb europäische, halb asiatische Essen war meist akzeptabel. Gut das frischgebackene Brot zum Frühstück. Über Dieter's "many stories" und sein Englisch "after you" haben wir viel gelacht. Leider wurde er dann krank und es ging ihm bis zur Abreise immer schlechter. Über sein Angebot, mir in der Bucht ein Haus hinzubauen, konnte ich mich doch nicht so richtig anfreunden (zwei Zimmer 3 × 3 m + L-förmige Veranda für D-Mark 1.500,--).

20. Dezember 1989
Am Nachmittag mit Bus nach Meulaboh gefahren, zuerst auf dem Dach, war anfangs ganz angenehm, bei schneller Fahrt aber nicht mehr ganz so lustig, überhaupt als wir rechts vorne einen Reifenplatzer hatten. Zu guter letzt ist ihm noch der Diesel ausgegangen und als sie endlich welchen geholt hatten, mussten wir den großen Bus auch noch bei strömendem Regen anschieben. Meulaboh ist als die größte Stadt an der Westküste ziemlich lebhaft.

21. Dezember 1989
Von Meulaboh nach Tabaktuan auf einer nagelneuen wunderschönen Straße, Landschaft ziemlich uninteressant mit vielen Plantagen. Tabaktuan ist ein verschlafener Ort mit vielen lästigen Studenten, welche ihr Englisch praktizieren wollen. Noch dazu wohnten im selben Losmen viele allzu neugierige Lehrer, die uns ziemlich auf die Nerven gingen. Schöne Strände gibt es in der näheren Umgebung keine.

22. Dezember 1989
Um 10:00 Uhr mit Kleinbus nach Subulussalam, anfangs entlang der Küste auf teilweise sehr schlechter Straße, bzw. Piste am Strand entlang, anschließend durchs Landesinnere, vorbei an armseligen Hütten von Neuansiedeln, die das Land teilweise schon wieder verlassen hatten. Nach 6 Stunden Fahrt hatten wir dann in Subulussalam nicht den erhofften und X-mal versprochenen Anschlussbus, bis sich um 9:00 Uhr abends genügend Leute fanden, welche nach Medan wollten und wo wir in einem Kleinbus bis Brastagi mitfuhren. Ankunft in Brastagi im Wisma Sibayak um 1:00 Uhr früh.

23. Dezember 1989
Nach einer kalten Nacht vormittags über Kabanjahe - Siantar nach Prabat gefahren. Im Losmen Andilo abgestiegen. Viele Touristen von Singapur und Malaysia hier, welche sich hauptsächlich mit den Speedbooten vergnügen. Traveller fahren meist gleich nach Samosir-Island.

24. Dezember 1989
Vormittags mit Boot ab Andilo nach Tuck-Tuck (ungünstig, da das Boot zuerst zum Markt fährt und dann nicht bei den Losmen hält). Ich musste fast bis nach Ambarita laufen, bis ich eine Unterkunft fand, aber auch diese (Tony's) sagte mir nicht sehr zu. Abends gut gegessen, wobei sich der Wirt noch gehörig zu meinen Gunsten verrechnet hat. Auf dem Heimweg in einem anderen Lokal noch gute Gitarrenmusik gehört.

25. bis 27. Dezember 1989
Umgezogen nach Tuk-Tuk-Timbul, auf einer eigenen Halbinsel schön gelegen. Abends gab's zur Weihnachtsfeier ein gutes Buffet und anschließend gute Stimmung mit Tanz bei Disco-Musik. Trotz des an sich guten Essens habe ich Durchfall bekommen, nach einem Fasttag hat es sich aber wieder gelegt. Vielleicht habe ich aber auch an dem Tag, als ich zu Fuß nach Tomok ging, zu viel Sonne abbekommen. Der Niederösterreicher Christian, verheiratet mit einer Tochter, baut sich neben den Bungalows ein Haus, welches nicht ganz in die Gegend passt.

28. bis 29. Dezember 1989
Um 14:30 Uhr hat mich der Idiot vom Andilo-Travel-Service in den Bus nach Jakarta gesteckt, wo nur mehr auf der hintersten Bank Platz war. Der eigentliche Bus nach Bukittinggi sollte erst um 16:00 Uhr abfahren. Ich war mehr als verärgert, da ich keinen Liegesitz bekam und nicht einmal richtig sitzen konnte. Nach einiger Zeit machte ich es mir aber am Boden bequem und überstand so die zwölfeinhalbstündige Achterbahnfahrt halbwegs gut. Nach der Ankunft um 3:00 Uhr früh zu Fuß in die Stadt gegangen, damit ich mich von der Fahrt erholen konnte. Die Stadt Bukittinggi ist an sich sehr sauber und schön gelegen, mit großem Markt (viele Früchte), die jungen Leute sind mir aber schon nach kurzer Zeit mit ihren dauernden Fragen und Anpöbeln auf die Nerven gegangen. Der Zoo ist eine einzige Katastrophe und die reinste Tierquälerei.

30. Dezember 1989
Durch den Canyon nach Koto Gadang gegangen. Es gibt dort nur ein paar Familien, welche in Heimarbeit Silber-Filigranarbeiten herstellen, mehr oder weniger alle dasselbe. Auch der Souvenirshop hat keine große Auswahl.

31. Dezember 1989
Mit dem Bus nach Lawang gefahren und von dort zu Fuß nach Lawang Top. Schöne Aussicht über den See, leider meistens wolkenverhangen. Dann zurück bis zum Schlagbaum und den Dschungelpfad hinunter nach Bayur. Sehr glitschig und einmal bin ich ausgerutscht und Kopfüber den Abhang hinunter. Ich bin aber weich gefallen und so ist nichts passiert. Auf dem Weg nach Maninjan konnte ich zufällig eine Wildschweinjagd beobachten. Die Schweine werden nur für die vielen Hunde als Hundefutter abgeschlachtet, kein schöner Anblick. Die Rückfahrt erwies sich wegen des gerade stattfindenden Popkonzertes als schwierig, wir konnten letztendlich mit einem gecharterten Bus mitfahren. Schöne Aussicht auf den See und die vielen Serpentinen hinauf. Dann goss es wieder einmal in Strömen und wir kamen ziemlich durchnässt an. Die abendliche Silvesterfeier im Tree-Table-Coffee-Shop war stinklangweilig und ich hatte mich unter anderem wegen der vielen herumlungernden einheimischen Typen frühzeitig verabschiedet.

1. Jänner 1990
Noch einmal durch den Canyon nach Kota Gadang gegangen. Das Losmen Tipo Balai ist auch nicht gerade sehr empfehlenswert, da die vielen indonesischen Gäste einen ordentlichen Krach machen. Außerdem waren die peep-holes (Gucklöcher) in den Türen der Mandis und Toiletten, nachdem ich sie sauber verstopft hatte, nach einem Tag wieder offen.

2. Jänner 1990
Nachdem der von mir gebuchte Touristenbus ausfiel und ich mich weigerte, anstatt dessen mit einem vergammelten kleineren Bus mitzufahren, konnten wir 1 Stunde später nur zu dritt in einem großen schönen Bus mitfahren, der anscheinend überstellt wurde. Der Fahrer fuhr wie vom Teufel geritten über die unzähligen Berge und ich konnte das blöderweise vorher ausgiebig genossene Frühstück nicht behalten. Gerade als wir durch ein Dorf mit vielen Kindern auf dem Weg zur Schule breschten, versprühte ich die Bananen des vorher genossenen Banana-pancace über ihre Köpfe hinweg. Von diesem Tag an werden sie um Touristenbusse wohl einen größeren Bogen machen. Den größten Teil der weiteren Fahrt verbrachte ich dann auf dem Boden liegend und hatte für die schöne Landschaft nicht viel übrig. Nach 11 Stunden Ankunft in Prapat.

3. Jänner 1990
Nachdem ich in der Früh dem Typ vom Andilo-Travel-Service ausgiebig kundtat, was für ein Idiot er ist, mit dem Bus wieder über Siantar nach Brastagi gefahren. Der Bus ab Siantar war übervoll und sie stopften immer noch mehr Leute hinein. Nachdem ich 2 Stunden in gebückter Haltung stehen musste, boten mir Leute, die ausstiegen ihren Platz an, um den ich dann aber trotzdem kämpfen musste. Nach der Ankunft abends noch auf den Hügel hinter Brastagi gegangen. Schöne Aussicht auf die umliegende vulkanische Landschaft

4. Jänner 1990
Um 10:30 Uhr mit zwei anderen Österreichern mit dem Direktbus über Binjai nach Bukit Lawang. Wir hatten zwar nur einen Platz in der letzten Reihe, aber immerhin einen Sitzplatz für die sechsstündige holprige Fahrt.

5. bis 7. Jänner 1990
Nachdem ich im ersten Losmen über dem Fluss (Sibayak) nur ein Zimmer ohne Wasser im Mandi bekam, bin ich am nächsten Tag in das zweite Losmen (Bukit Lawang) in das am höchsten gelegene "Monkey-House" mit schönem Blick über das Tal umgezogen. Bin mit den Rangern durch den Dschungel des Gunung Leuser Nationalpark zum Orang Utan Rehabilitation Center gegangen und konnte so die Tiere aus nächster Nähe beobachten. Das war zum Abschluß der Reise ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis.

8. Jänner 1990
Mit Bus nach Medan und im Losmen Tapian Nabaru abgestiegen.

9. Jänner 1990
Rückflug nach Penang.